Märkte sind Gespräche“ lautet Punkt 1 des Cluetrain-Manifests  (http://www.cluetrain.com). Bildung und Märkte haben damit einiges gemein. Im Mittelalter erfüllten Märkte und Marktplätze eine wichtige Bildungsfunktion. Hier kamen Menschen aus unterschiedlichen Weltregionen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen, tauschen Lebensweisen, Ideen und Thesen aus. So war die Hansestadt Hamburg nicht nur Handelsplatz, sondern auch ein Platz, an dem sich technische und soziale Innovationen (man denke an die Hanse und die damit einhergehende Entwicklung des Schiffsbaus und die – heute keinesfalls unumstrittene – Idee des „Ehrbaren Kaufmanns“) und Gesellschaftsentwürfe (Hamburg spielte für die Aufklärung in Deutschland eine tragende Rolle) entwickeln konnten. 

Der Titel dieses Beitrags ist deshalb nicht von ungefähr dem Cluetrain Manifest entlehnt, denn auch Bildung basiert auf Konversationen. Für solche Kommunikationen müssen Anlässe geschaffen werden. Einer diese Anlässe ist, dass man sich zu einer verabredeten Zeit in einem Seminarraum trifft, andere Anlässe mögen eher zufällig daherkommen, wie Erlebnisse, Begegnungen, Praxiserfahrungen oder das Lesen von Texten. Wichtig ist, dass Bildung dadurch stattfindet, dass man mit Kommunikationen in Kontakt tritt, und diese mit Vorerfahrungen oder physischem Erleben in Beziehung setzt und in die Lage versetzt wird, ihnen einen Sinn zuzuweisen. Bildung bedeutet also, dass Räume oder Anlässe geschaffen werden, die es ermöglichen, Gedanken auszutauschen, im Gespräch mit Hilfe von Vorerfahrungen zu evaluieren, fremde Gedanken zu internalisieren und eigene Gedanken weiter zu tragen. 

Einer dieser Anlässe, die wir im Studiengang Sustainable Marketing & Leadership immer wieder aufs Neue zu schaffen versuchen, war unsere Exkursion Anfang April 2018 nach Hamburg. Hier trafen sich, wie im Jahr zuvor schon in Berlin, Studierende und Lehrende im Master Sustainable Marketing und Leadership der verschiedenen Standorten der Hochschule Fresenius, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu lernen. Das große Stichwort war diesmal „New Work“. 

Nach ihrer Anreise hatten die Studierenden die Gelegenheit, in einem Planspiel mit dem Unternehmensberater und Buchautor Dr. Andreas Zeuch unterschiedliche Formen des Organisierens zu erleben und zu diskutieren. Das natürlich nicht, ohne das Erlebte beim Feierabendbier in St. Pauli  (Gerüchten zufolge sollen zu später Stunde auch ein paar Mexikaner im Spiel gewesen sein) Revue passieren zu lassen. 

Um ein ganz anderes Thema ging es bei einer gemeinsamen Stadtführung durch die Hafencity Hamburg bis zur Elbphilharmonie. Hier, im historischen Zentrum des internationalen Seehandels, ging es vorrangig darum, zu erfahren, wie moderne Stadtarchitektur Kultur, Arbeiten und Leben an einem Platz bündelt und neue Märkte und Räume für Kreativität schafft. 

Last not least  haben wir bei einem Vortrag mit den Machern von Xing und dem Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu handfeste Daten zum Thema New Work und Arbeitgeberqualität diskutieren können. 

Es ist gerade die kompakte Vielfalt der Lernerfahrung, die den Reiz einer solchen Exkursion ausmachen. Man kann mit Kommilitonen der verschiedenen Standorte genauso sprechen, wie mit Experten und den anwesenden Lehrenden. Durch die Gespräche konnten Erfahrungen aus dem Studium vertieft und neue Ideen entwickelt werden. Und darum geht es: Forschendes Lernen.