Das alles, und noch viel mehr | würd‘ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär‘“ räsonierte einst der „Ton Steine Scherben“-Frontmann Rio Reiser (1959-1996). Um diese Zeile dreht sich das Utopie Podcast Projekt des  Journalisten, Bloggers und Volkswirts Gunnar Sohn und von mir. Utopien beschreiben, um mit Reinhard Pfriem (s. u.) zu sprechen, „kein Land nirgendwo„. Der Begriff (griech: oú + tópos, Nicht-Ort) wurde 1526 durch den englischen Staatsmann Thomas Morus  (1478-1535) im Roman des „De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia (Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia)“ geprägt. Thomas Morus hat darin nicht nur ein ideales Staatsgebilde skizziert, sondern vor allem auch seinen Zeitgenossen einen kritisches Spiegelbild vorgehalten.

Der Begriff beschreibt quasi als Blaupause einen visionären positiven Zustand in der Zukunft. Er kann als Leitbild für Politikgestaltung als auch im Management als Framework dienen, indem etwa analysiert wird, welche Strategien eingeschlagen werden müssen, um bestimmte wünschenswerte Zukünfte zu erreichen. Als Beispiel seien die Identifikation von Zukunftsmärkten oder Risiken für Gegenwartsmärkte genannt. Auf der anderen Seite warnen negative Utopien, so genannte Dystopien, wie wir sie alle aus einschlägigen Science Fiction Filmen kennen, vor falschen Weichenstellungen, nicht einzuschlagenden Pfaden (Trajektorien) und falschen Zielen. Ein wichtiges Werkzeug in diesem Kontext ist die Szenariotechnik (Szenariomanagement), denn nur der, der konkrete Vorstellungen von einer wünschenswerten Zukunft hat, kann gute Strategien entwerfen. Und da schließt sich auch der Kreis zu unserer Lehre, denn Szenario-Lernen ist wiederum ein zentrales Element unserer Didaktik im Masterstudiengang Sustainable Marketing & Leadership.

Wir brauchen Utopien“ sagte Gero von Randow unlängst in ‚Die Zeit‚, denn „[w]er Zukunft entwirft, ist kein bloßer Träumer. Indem wir uns das perfekte Morgen ausmalen, erkennen wir, wo es im Hier und Jetzt hakt.“

Bislang wurden  Interviews mit Wissenschaftlern, Aktivisten und Zukunftsforschern produziert, die sich durch besonderes visionäres Denken und Handlungskompetenz auszeichnen. Ein Buchprojekt soll Ende 2018 folgen:

01: Einführung von und mit Gunnar Sohn und Prof. Dr. Lutz Becker

02: Jörg Heynkes, Unternehmer und Aktivist, Wuppertal

03: Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Energie, Umwelt

04: Sven Gábor Jánszky, Zukunftsforscher, Leipzig

05: Prof. Dr. Reinhard Pfriem, Emeritus der Carl-von-Ossietzky Universität, Oldenburg

06: Prof. Dr. André Reichel, Sustainability- und Postwachstumsforscher, Stuttgart

07: Klaus Burmeister, Zukunftsforscher und Geschäftsführer der #D2030 Initiative

08: Prof. Dr. Dirk Helbing, Professor für Computational Science an der ETH Zürich und der TU Delft

09: Dr. Torsten Kathke, Historiker, Obama Institute for Transnational American Studies, Johannes Gutenberg Universität, Mainz

10: Uta Atzpodien, freie Dramaturgin, und Christian Hampe, Initiator Utopia-Stadt, Wuppertal

E1: Gunnar Sohn live vom Barcamp #bcbn18

E2: Dr. Dr. h. c. Herbert W. FrankePhysiker, Informatiker, Höhlenforscher, Kakteen-Erkunder, Entdecker der Mars-Höhlen, Science Fiction-Autor, Philosoph, Physiker, Pionier der Computerkunst, Hörspielautor, Musikexperimentator und ein leidenschaftlicher Sammler von Kaleidoskopen im Gespräch mit Gunnar Sohn

 

[letzte Aktualisierung, LB 09.03.18]