Was macht man eigentlich nach Weihnachten mit den ganzen Amazon Gutscheinen? Ich hätte da einen Vorschlag. 

Stephan Grabmeier kannte ich schon länger als Unternehmensberater, der sich mit immer aktuellen und interessanten Themen, vor allen rund um das Thema New Work, einen Namen gemacht hat. 

Zuletzt diskutierten Gunnar Sohn und ich mit ihm auf der Online-Konferenz Next Economy Open #NEO19x an der Business School der Hochschule Fresenius in Köln. 

Als ich zum ersten Mal den Titel seines neuen Buches “Future Business Kompass” las, ging meine Schublade gleich auf: Beraterliteratur – das, was ich immer Kochbuchliteratur (“man nehme”) nenne. Aber ich wurde dann doch eines besseren belehrt. 

Statt der typischen Selbstbeweihräucherung und Best-Practices (die in der Praxis der Leser ohnehin nie funktionieren) überrascht ein kluges und über den Horizont gedachtes Buch. Grabmeier nennt es einen “Kopföffner für besseres Wirtschaften”.  Was das für ihn ist, beschreibt er in seinem Vorwort:

“lch habe dieses Buch geschrieben, weil ich mir große Sorgen mache, ob wir Menschen den Wandel schaffen. Und weil ich es satt habe. lch habe es satt, dass wir in einem Wirtschaftssystem voller Egoisten leben. In einem Wirtschaftssystem, das ausschließlich auf Profitmaximierung programmiert ist. (…)

Ich habe es satt, dass viele zuerst an sich denken und nicht an ihr Umfeld und an die Umwelt. Dass sich zu wenige Gedanken machen, was ihr eigenes Handeln bewirken kann und sie sich darauf zurückziehen, dass sich zuerst alle anderen ändern müssen und nicht sie selbst.

lch habe dieses Buch geschrieben, weil ich zwei Kinder habe, die ich über alles liebe. Ich stehe morgens auf und arbeite jeden Tag für sie, kämpfe gegen Widerstände und ringe dafür, dass die beiden eine Zukunft auf dieser Welt haben. Dass sie in Würde leben können.” (S. 7)

Ganz in diesem Sinne entwickelt Grabmeier zuerst einmal  ein Problembewusstsein. Was ist der Status quo, was sind eigentlich die richtigen Zwecke? Und an dieser Stelle kommt die Stärke des Beraters dann ins Spiel: Nicht nur, dass Stephan Grabmeier eine strukturierte Problemanalyse vollzieht, sondern er bietet auch einen Strauß von Tools und Methoden an, die dabei unterstützen können, die angesprochenen Probleme strategisch zu lösen. Da finden zum Beispiel die Szenariotechnik und Modelle der Kreislaufwirtschaft genauso ihren Raum, wie die OKR Methode. An dieser Stelle  geht der “Future Business Kompass” nochmals einen wichtigen Schritt über die hier besprochenen Texte von Uwe Schneidewind und Jörg Heynkes hinaus.

Am Ende bleibt das Buch klar auf Kurs: Es geht um einen systematischen Zugang zu der Frage, wie Unternehmer und Manager in ihrem Umfeld konkret dazu beitragen können, das Ziel eine nachhaltige Gesellschaft umzusetzen. Auf diesem Weg arbeitet Stephan Grabmeier mit einer Vielzahl von Quellen, so dass die Argumente nachvollziehbar bleiben und dem Leser eine vertiefende Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen eröffnet wird. 

Wer sich wirklich strategisch und aus Managementperspektive Orientierung im gesellschaftlichen Wandel finden möchte, dem sei dieser aufwändig gemachte und klimaneutral produzierte Kompass wärmstens ans Herz gelegt. 

Grabmeier, Stephan (2019): Future Business Kompass. Der Kopföffner für besseres Wirtschaften. Hamburg. Murmann|Haufe.